Geschichte


1987-1993 Kaiser Kompaktlösung, Versionen 1 bis 3

Die ersten drei Versionen der "Kaiser Kompaktlösung" wurden unter DOS mit Turbo Pascal entwickelt. Dazu mussten wir eine eigene Fensterverwaltung, eine relationale Datenbank und ein Hilfesystem schaffen. Schon das Entwickeln der Mausbedienung erforderte einen nicht unerheblichen Programmieraufwand von unserer Seite.

Da der Hauptspeicher unter DOS mit maximal 640 Kilobytes sehr begrenzt war und in den ersten Versionen die Speichererweiterungen EMS und XMS noch nicht verwendet werden konnten, wurde für jede Funktion ein Programm entwickelt. Die Module Adressverwaltung, Finanzbuchhaltung, Auftragsbearbeitung etc. mussten einzeln aufgerufen werden.

Menu der Adressverwaltung mit Hilfesystem.

 

Wie in den Systemdaten ersichtlich ist, mussten wir für jeden Druckertyp selber einen Treiber entwickeln.

 

Adressen wurden mit einer Funktion einzeln ausgewählt und konnten nur gerade mit Adressnummer, Suchbegriff und Ortschaft gesucht werden.

 

Eine Adresse wurde auf drei Bildschirmseiten verwaltet; auf der letzten konnten Selektionscodes bearbeitet werden, die den heutigen Freifeldern entsprechen.


1995 Mercator 1

In den Jahren 1993 bis 1995 schufen wir die erste Windows-Version unserer Applikation mit Turbo Pascal für Windows. Die Entwicklung mit diesem Werkzeug war alles andere als lustig; es bot keine visuelle Hilfe an, alle Fenster und Menus mussten mit abstrakten Systemnachrichten verwaltet werden. Die Windows-Versionen von damals konnten auch keineswegs zuverlässig genannt werden, Systemabstürze mit ominösen Meldungen waren an der Tagesordnung. Da entgegen der Herstelleraussagen die Betriebssysteme Microsoft Windows 3.11, Windows 95, Windows NT sowie OS/2 von IBM keineswegs kompatibel zueinander waren, mussten wir bestimmte Funktionen an jede dieser Versionen anpassen.

Unsere eigene relationale Datenbank wurde mit der deutlich schnelleren, aber auch etwas weniger verlässlichen Paradox Engine von Borland abgelöst. Wegen der nach wie vor knappen Systemressourcen mussten auch hier die Module einzeln aufgerufen werden.

Menu der Adressverwaltung, die wir "Nomen" nannten. Dass das Konzept der lateinischen Modulnamen etwas grotesk ausfiel, mussten wir spätestens bei sprachlichen Ausgeburten wie "Granum" und "Venditor" anerkennen.

 

Die Systemdaten hätten auch einem Comic entstammen können. Wie bei jeder ersten Windows-Version eines Software-Paketes ist der Trend zu möglichst bunten Symbolen leicht erkennbar.

 

In der Adresstabelle wurden die Suchmöglichkeiten um die Felder Kategorie und Text erweitert. Letzteres bot die Möglichkeit, nach einer beliebigen Zeichenfolge innerhalb einer Adresse zu suchen.

 

Alle zusätzlichen Informationen einer Adresse wurden in separaten Fenstern bearbeitet, die mittels Knopfdruck aufgerufen werden konnten. Es war nun möglich, pro Adresse Sachbearbeiter mit ihren Kontaktdaten abzuspeichern.


1996-2004 Mercator 2-3 und Mentor 4

Endlich hatten wir mit Borland Delphi ein praktisches Werkzeug, das eine schnelle und zuverlässige Entwicklung von Software ermöglichte. Alle Module konnten in einem Programm vereinigt werden.

Allerdings setzte der Kampf mit den Systemressourcen unter Windows 95 und später Windows 98 und ME nicht aus. Den Speicher für die Fenster, der im Stack von nur 16 Kilobytes abgelegt war, mussten wir im Programm teilweise selber verwalten, um einem Absturz wegen erschöpften Ressourcen vorzubeugen.

Aus rechtlichen Gründen nahmen wir für die vierte Version unserer Windows-Applikation eine Namensänderung vor und liessen den neuen Begriff "Mentor" für Software weltweit schützen.

Hauptfenster der Applikation mit allen Modulen. Man beachte unser altes Logo (unten rechts), das unverkennbar von IBM inspiriert worden war.

 

Die Einstellungen konnten während dem Aufstarten von Mercator mittels Knopfdruck oder Betätigen der Leertaste aufgerufen werden. Wer da zu spät kam, den bestrafte das Programm. Ab Mercator 2 boten wir eine Druckvorschau mit echtem WYSIWYG an. Für alle, die es vergessen haben: "What You See, Is What You Get".

 

Die Adresstabelle bot mit dem Programmknopf die Möglichkeit, nach irgendwelchen Kriterien in Und-/Oder-Beziehungen zu suchen.

 

Zum Bearbeiten einer Adresse wurden die Registerkarten eingeführt. Bild, Ton und Video wurden in das Hauptfenster integriert.


2005-2007 Mentor 5

Mit Einführung von SQL (wahlweise MySQL oder Microsoft SQL) konnten wir eine schnelle und höchst zuverlässige Datenbank anbieten. Dank den neuen Betriebssystemen Windows 2000, XP und Vista wurde der alte Grabenkampf mit Ressourcen und Systemstabilität endlich zu unseren Gunsten entschieden.

Nebst einer Menge von neuen Funktionen und Erweiterungen wurde ein Berichtgenerator implementiert, mit dem eigene Auswertungen über verknüpfte Tabellen erstellt werden können. Zudem wurden die Schnittstellen um eine Vielzahl von Formaten erweitert (PDF, XML etc.).

Das neue Hauptfenster wurde etwas schlanker und bot die Verwaltung aller offenen Fenster an.

 

In den Systemeinstellungen konnte Mentor mit irgendeinem Host im Internet mittels IP-Adresse verbunden werden.

 

Im Fenster der Adresstabelle wurden die Kontaktpersonen und Relationen integriert.

 

Die Kontaktpersonen wurden auf der ersten Seite der Adresse platziert - da wo sie auch hingehören.


2008-2016 Mentor 6-7

Der Schwerpunkt beim Entwickeln dieser Programmgeneration lag in der Ästhetik und der Verbesserung der Verarbeitungsgeschwindigkeit. Alle Piktogramme, die in der Zwischenzeit auch schon über 10 Jahre auf dem Buckel hatten, wurden durch hochauflösende Graphiken ersetzt.

Mit neuen, raffinierten Algorithmen und einem vorgangsorientierten Buffersystem konnten die Datenbankzugriffe massiv beschleunigt werden. Natürlich beinhaltete auch diese Version eine Menge an neuen Funktionen (Zahlungswege, Kundenhistorie, Arsenal etc.)

Auf das neue Hauptfenster konnten auch externe Objekte (aus Windows-Desktop oder Explorer) gezogen werden.

 

In der Auftragsbearbeitung konnten aus den letzten Verkäufen Positionen in den aktuellen Auftrag übertragen werden.

 

Beim Beabeiten von Finanzbuchungen wurde in einer Vorschau angezeigt, wie sich die Kontosaldi aufgrund der aktuellen Buchung verändern werden.


Fortsetzung folgt...